Ehegattenunterhalt

Beim Ehegattenunterhalt sind folgende Arten zu unterscheiden:

1. Während der intakten Ehe hat möglicherweise einer der Ehegatten einen Anspruch auf Familienunterhalt. Dieser Unterhalt wird in der Regel „wenn überhaupt“ durch die Zahlung von Haushaltsgeld, Taschengeld oder durch Naturalleistungen wie Wohnung, Verpflegung etc. gewährt.

2. Nach der Trennung bis zur Scheidung besteht unter Umständen Anspruch eines Ehegatten auf Zahlung von Trennungsunterhalt. Der Unterhalt kann erst ab dem Zeitpunkt verlangt werden, ab dem der andere Ehegatte nachweisbar erstmals zur Unterhaltszahlung aufgefordert wurde. Maßgeblich für die Höhe des Unterhalts ist, welches Einkommen beiden Ehegatten für die ehelichen Lebensverhältnisse zur Verfügung standen und ob der unterhaltsverlangende Ehegatte selbst ein eigenes Einkommen hat. Da der Gesetzgeber davon ausgeht, dass die Ehegatten sich die Trennung möglicherweise noch einmal überlegen und wieder zu einander finden, besteht während der Trennungszeit ein erhöhter Anspruch auf Ehegattenunterhalt. Der unterhaltsbegehrende Ehegatte „soll so gestellt werden, wie er während der Ehe gestellt war“. Für den nichterwerbstätigen Ehegatten besteht während des ersten Trennungsjahres keine Verpflichtung eine Arbeitstätigkeit aufzunehmen. Mit Ablauf des Trennungsjahres besteht jedoch dann eine Erwerbstätigkeit sofern nicht Kindesbetreuung, Krankheit oder aber Alter entgegenstehen.

3. Nach Wirksamwerden der Scheidung besteht teilweise ein Anspruch auf Zahlung von nachehelichen Unterhalt.

Es ist darauf hinzuweisen, dass das Unterhaltsrecht zum 01.01.2008 geändert wurde.

Während die Ehe früher eine so genannte „Lebensstandardgarantie“ bot, wird nunmehr stark auf die Eigenständigkeit jedes Ehegatten abgestellt.

Es bedarf nunmehr einer substantiierten Sachverhaltsdarstellung aus welchem Grunde nachehelicher Unterhalt begehrt wird.

Die Berechnung des Unterhalts ist so komplex, dass hierfür grundsätzlich ein Rechtsanwalt zu Rate gezogen werden sollte.