Opferanwalt und Nebenklage

Opferanwalt und Nebenklage
Ein Teilgebiet meiner anwaltlichen Tätigkeit stellt die Übernahme von Nebenklagevertretungen (Opferanwalt, Nebenklage, Anwalt des Opfers) insbesondere bei Sexualdelikten sowie Kindesmißbrauch dar.

Bei diesen Delikten kann sich das Opfer der öffentlichen Klage als Nebenkläger anschließen.

Die nachstehenden Ausführungen sollen dazu beitragen, einen Überblick über die wichtigsten Rechte des Opfers einer solchen Straftat gegenüber dem Straftäter/Schädiger zu bieten.

Eine anwaltliche Beratung kann dadurch selbstverständlich nicht ersetzt werden.

Ein Opfer einer solchen Straftat ist häufig überfordert, weil es durch die Straftat psychisch und physich sehr belastet wird. Hinzu kommt das wiederholte Durchleben der Situation bei der strafrechtlichen Ermittlung und Strafverfolgung, sei es als Zeuge oder aber als Nebenkläger.

Aus diesen Grund hat der Gesetzgeber Opfern von solchen Straftaten verschiedene Möglichkeiten eingeräumt, ihre Rechte zu wahren.

1) Opferanwalt als Zeugenbeistand - Zeugenvernehmung:

Der bzw. die Geschädigte einer Straftat darf sich sowohl bei der Zeugenvernehmung im Ermittlungsverfahren durch die Polizei als auch bei der späteren Vernehmung des Opfers der Straftat als Zeuge im Strafverfahren durch Richter oder Staatsanwalt durch einen Rechtsanwalt begleiten lassen.

Über den mit der Vertretung beauftragten Rechtsanwalt kann auch ein Akteneinsichtsgesuch an die Staatsanwaltschaft gestellt werden.

2) Opferanwalt als Nebenklägervertreter - Nebenklage:

Das Opfer bestimmter in der Strafprozessordnung katalogisierter Delikte, wie z.B. Sexualdelikte oder sexueller Mißbrauch eines Kindes haben noch weitergehende Rechte.
Bei diesen Delikten darf sich der oder die Geschädigte der Anklage als Nebenkläger bzw. Nebenklägerin anschliessen.

Dem Nebenkläger stehen neben dem bereits erwähnten Recht auf Akteneinsicht, das im Falle einer "Nebenklage" - Straftat - berechtigtes Interesse voraussetzt, verschiedene weitere Rechte im Strafverfahren zu. So u.a.

1) Anwesenheitsrecht in der Hauptverhandlung, selbst wenn der Nebenkläger Zeuge ist,

2) Beistand bzw. Vertretung durch einen Rechtsanwalt,wobei diese Möglichkeit bereits im Ermittlungsverfahren
besteht,

3) Fragerecht in der Hauptverhandlung, was bedeutet, dass der Nebenkläger oder aber dessen Rechtsanwalt, das Gericht, die Staatsanwaltschaft, dem Angeklagten oder aber dessen Strafverteidiger, eigene Fragen stellen darf,

4) Beweisantragsrecht, der Nebenkläger kann....... eigene Beweisanträge auf Vernehmung eines Zeugen oder Sachverständigen, Inaugenscheinnahme oder Verlesung einer Urkunde stellen,

5) Beanstandungen von Anordnungen des Vorsitzenden und Fragen von Prozessbeteiligten,

6) Abgabe von Erklärungen und eines Plädoyers.

Opfer von Sexualdelikten bzw. von sexuellem Mißbrauch können über ihren Rechtsanwalt die Beiordnung und die Zulassung zur Nebenklage beantragen.

Wird dem Antrag stattgegeben, werden die Kosten des Rechtsanwalts von der Staatskasse getragen, ohne dass eine Offenlegung der finanziellen Verhältnisse zu erfolgen hat.